„Seit dem frühen Morgen sind mehrere Hundert Sammlerinnen und Sammler auf den Beinen“, sagte Kampagnenleiter Bülent Ciftlik kurz nach dem offiziellen Startschuss um 7.00 Uhr. Schwerpunkte waren am ersten Tag der zweiwöchigen Kampagne Einkaufszentren und Kindertagesstätten im ganzen Stadtgebiet. Per Post gingen gleichzeitig Informationspakete und Unterschriftenlisten an über 500 Haushalte, Kitas und weitere Einrichtungen. Sie hatten sich in den letzten Wochen und Monaten in der Kampagnenzentrale im Kurt-Schumacher-Haus als Unterstützer registrieren lassen. Morgen werden rund 27.000 Unterschriftenlisten mit der SPD-Zeitung „Vorwärts“ bei den Hamburger Parteimitgliedern eingehen. Seit Mitternacht können sich Interessierte Eintragungslisten für das Volksbegehren auch über der Internet-Adresse www.kita-reform.de herunterladen.
Bei dem Volksbegehren handelt es sich nicht um eine Parteiveranstaltung. „Die SPD ist Initiatorin der Kampagne für bessere Kinderbetreuung. Aber wir wollen, dass sich alle Interessierten beteiligen können. Die Bürgerinnen und Bürger in allen Hamburger Stadtteilen haben es in der Hand: Sie können entscheiden, was beim Thema Kinderbetreuung passiert - unabhängig von Parteizugehörigkeit oder parteipolitischer Überzeugung“, sagte SPD-Landeschef Olaf Scholz am Rande des SPD-Bundesparteitages in Bochum. „Wir wollen über einen Volksentscheid ein Gesetz durchsetzen, das Hamburgs Kindern und Eltern einen Anspruch auf ausreichende und gute Kinderbetreuung garantiert“, ergänzte SPD-Landesgeschäftsführer Ties Rabe.
Wichtigstes Ziele der Initiative ist die "Hamburger Garantie" für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: „Alle Eltern, die berufstätig oder in der Ausbildung sind, sollen einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz für ihre Kinder haben", sagte der SPD-Landesgeschäftsführer. Die Betreuungszeit soll von bisher vier auf fünf Stunden erweitert werden. Eltern sollen darüber hinaus - wie in der Schule - über Elternräte Einfluss auf die Kita-Politik nehmen können. Ein Kuratorium soll sich um die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten in Kindertagesstätten beschäftigen. Eine bessere Gesundheitsförderung soll durch eine geregelte Zusammenarbeit zwischen Kitas, Jugendämtern und Gesundheitsfürsorge erreicht werden.
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17.11.2003